Dr. med. Sigrid Hülsbergen-Krüger

Fachärztin für Plastische Chirurgie und Chirurgie/Handchirurgie

PRAXISKLINIK FÜR ÄSTHETISCH-PLASTISCHE UND HANDCHIRURGIE IN HAMBURG
Praxisklinik für Ästhetisch-Plastische und
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Bauchdeckenstraffung

Starke Gewichtsschwankungen oder Schwangerschaften führen bei vielen Menschen zu einer Bauchdeckenerschlaffung. Der Bauch wird wellig, hängt beim vorbeugen herunter und weist Risse im Bindegewebe auf, die landläufig Schwangerschaftsstreifen genannt werden, durchaus aber auch bei Männern auftreten können. Manchmal kommt es auch zu einem auseinanderrutschen der Längsmuskulatur des Bauches mit einer Schwachstelle in der Mittellinie, der sogenannten Rektusdiastase. In schweren Fällen tritt eine herabhängende Bauchdeckenfettschürze auf.

Die Bauchdeckenstraffung erfolgt über einen Schnitt am Unterbauch, ähnlich wie beim Kaiserschnitt, der aber, je nach Ausprägung etwas länger oder auch deutlich länger sein muss. Ein weiterer Schnitt erfolgt kreisrund um den Bauchnabel. Bei nicht sehr ausgeprägten Fällen wird eine eingeschränkte Fettabsaugung des Bauches vorgeschaltet, da dann das Gewebe weniger stark abgelöst werden muss. Im wesentlichen wird aber die Bauchdecke bis zum Brustansatz abgelöst, wie ein Rollo nach unten gezogen und,nach straff ziehen, alles überstehende Gewebe entfernt. Der Bauchnabel wird dann an entsprechender Stelle wieder eingenäht. Sind die Bauchmuskeln auseinandergewichen, werden sie in der Mitte wieder zusammengenäht.

Für ein bis drei Tage werden kleine Schläuche eingelegt, die Blut und überschüssiges Gewebewasser absaugen. Sofort nach der OP wird eine spezielle Miederhose angezogen. Diese Miederhose muss nach der Bauchdeckenstraffung für ca. 8 Wochen getragen werden, davon die ersten drei Wochen Tag und Nacht. Wie bei einer Fettabsaugung, muss auch nach einer Bauchdeckenstraffung streng auf das Gewicht geachtet werden. Hier gilt ebenso, dass für jeden Menschen zu einer bestimmten Kalorienaufnahme und einem bestimmten Ausmaß an körperlicher Betätigung auch eine bestimmte Fettmenge gehört. Wer fröhlich weiter isst wie bisher, hat den gerade entfernten Speck bald wieder drauf.

Da bei der Bauchdeckenstraffung besonders am Unterbauch die Zahl der Fettzellen reduziert wird, kommt der Speck dann gerne am Oberbauch zurück. Also kommen Sie auch hier um Ernährungsprogramme und Sport nach der OP nicht herum. Dafür können aber oft auch unschöne Bauchnarben ganz oder teilweise mit entfernt werden.

In ausgeprägten Fällen werden die Kosten der Bauchdeckenstraffung von der Krankenkasse übernommen. Das Antragsverfahren erfordert aber oft einiges an Geduld und Hartnäckigkeit.

FAQ

1. Wann kann ich nach einer Bauchdeckenstraffung wieder Sport treiben?

Acht Wochen nach der Bauchdeckenstraffung ist bei Sport äusserste Zurückhaltung erforderlich. Allenfalls Walking (mit Miederhose) oder schwimmen (mit sehr festem Schwimmanzug)können eventuell schon etwas eher in Frage kommen. Absolute Voraussetzung ist, dass alle Wunden vollständig abgeheilt sind und keine Flüssigkeitsansammlungen unter der Bauchdecke auftreten.

2. Was passiert, wenn ich nach einer Bauchdeckenstraffung schwanger werde?

Das Bauchdeckengewebe ist äusserst dehnbar. Daher können Sie selbstverständlich nach einer Bauchdeckenstraffung noch schwanger werden . Allerdings ist das Ergebnis der OP dann wieder dahin. Ein schlechtes Bindegewebe, das zu Schwangerschaftsstreifen neigt, wird durch eine Bauchdeckenstraffung nicht besser oder elastischer. Daher empfehle ich, wenn Sie sich noch weitere Kinder wünschen, mit der Bauchdeckenstraffung zu warten, bis die Familienplanung abgeschlossen ist.

3. Muss ich vor dem Eingriff mit dem rauchen aufhören?

Die Komplikationsrate nach der Bauchdeckenstraffung ist bei Rauchern sehr hoch. Wegen der grossflächigen Ablösung des Gewebes ist die Durchblutung der anfangs noch deutlich unter Spannung stehenden Wundränder bei dieser OP oft ein Problem. Auch bei Nichtrauchern kommt es in ca. 15-20% der Fälle zu Heilungsstörungen, die meistens aber nur ein wenig Geduld erfordern. Bei Rauchern sind diese Heilungsstörungen jedoch deutlich stärker ausgeprägt und treten bei 65-70% der Fälle auf. Daher verlangt jeder seriöse plastische Chirurg, dass Sie mindestens 3 Wochen vor und 3 Wochen nach der Bauchdeckenstraffung auf das rauchen komplett verzichten. Manche operieren überhaupt keine Raucher.

DGPRÄC (Deutsche Gesellschaft für Plastische Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie) http://www.kbv.de/qep/qep.html
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