Gutartige Knochenwucherung – Ganglion (Überbein)

Das Ganglion, im Volksmund Überbein genannt, ist eine kugelige Vorwölbung, die vorzugsweise im Bereich von Gelenken an der Hand auftritt. Am Handgelenk sitzt es zumeist streckseitig oder im Bereich der sogenannten „Pulsader“. Ein Überbein stört oft nur ästhetisch, gefährlich sind die kugeligen Wölbungen nicht.

Ursache ist eine kleine Lücke in der Handgelenkskapsel, durch die sich die Gelenkinnenhaut hindurchgedrückt hat. Darin sammelt sich dann Gelenkwasser, so dass ein kleiner, kugeliger Ballon entsteht. Je nach Füllungszustand ist dieser mal größer, mal kleiner und lässt sich manchmal auch zurückdrücken. Ein entsprechender Befund kann auch an den Fingergelenken auftreten.

Für die Entfernung ist es besonders wichtig, festzustellen, wo das Loch in Gelenkkapsel ist. Dieses muss dann sorgfältig verschlossen werden, da sonst in kurzer Zeit ein neues Ganglion nachwächst. Anschließend ist eine ausreichende Ruhigstellung zu gewährleisten, damit es zu einer festen Vernarbung kommt und das Loch in der Gelenkkapsel nicht wieder aufreißt. Aus diesem Grunde ist es zudem wichtig, dass die daran anschließenden Bewegungsübungen nicht zu heftig ausgeführt werden.

Fragen und Antworten zum Überbein

Umgangssprachlich wird ein Ganglion häufig als „Überbein“ bezeichnet, obwohl es sich nicht um zusätzlich gewachsenen Knochen handelt. Ein Ganglion ist eine gutartige Zyste. Besonders häufig tritt ein Ganglion im Bereich der Hand auf.

Bei einem Ganglion am Handgelenk handelt es sich um eine prallelelastische, kugelige Vorwölbung, die vorzugsweise im Bereich von Gelenken oder Sehnenscheiden an der Hand auftritt.

Ein Ganglion bildet sich am Handgelenk meist streckseitig auf dem Handrücken oder beugeseitig im Bereich der sogenannten Pulsader aus, wobei entsprechende Befunde ebenso an den Beuge- und Streckseiten der einzelnen Fingergelenke entstehen können.

Ein Überbein an der Hand ist nicht gefährlich und stellt keineswegs eine gesundheitliche Bedrohung dar, da es sich um eine völlig gutartige Geschwulstbildung handelt, die von Betroffenen primär als optisch oder ästhetisch störend wahrgenommen wird und prinzipiell keine Neigung zu einer bösartigen Entartung aufweist.

Die genaue anatomische Entstehungsursache für die Ausbildung eines Überbeins am Handgelenk liegt in einer feinen Lücke oder Schwachstelle innerhalb der fibrosen Handgelenkskapsel, durch die sich die innere Gelenkhaut unter Druck nach außen hindurchdrückt. In diesem hervorgetretenen Gewebesack sammelt sich fortlaufend zähflüssiges Gelenkwasser an, woraus schließlich ein kleiner, kugeliger und flüssigkeitsgefüllter Ballon entsteht. Für weitere Informationen vereinbaren Sie gerne einen Termin in unserer Praxis in Harburg.

Die Ursache, dass Ganglien im Verlauf der Zeit immer wieder ihre individuelle Größe und Festigkeit verändern, liegt im schwankenden Füllungszustand des entstandenen Gewebeballons. Je nachdem, wie viel Gelenkwasser durch die Kapsellücke hineingepresst wird oder wieder zurückfließen kann, präsentiert sich die Vorwölbung mal praller und größer, mal kleiner und weicher.

Neben der sichtbaren Vorwölbung können bei einem Überbein verschiedene funktionelle Beschwerden auftreten, die von einem dumpfen Druckgefühl über Bewegungseinschränkungen bei Beugung oder Streckung des Handgelenks bis hin zu lokal ausstrahlenden Schmerzen reichen, welche insbesondere dann entstehen, wenn die Vorwölbung auf umliegende Nervenbahnen, Blutgefäße oder benachbarte Sehnen drückt.

Bei der operativen Entfernung eines Ganglions am Handgelenk muss besonders sorgfältig darauf geachtet werden, nicht nur den sichtbaren Flüssigkeitssack abzutrennen, sondern das entstandene Kapselloch lückenlos und stabil zu verschließen, da andernfalls innerhalb kurzer Zeit an exakt derselben Stelle erneut ein Kapselvorspringen auftreten kann.

Für den dauerhaften Behandlungserfolg nach dem Eingriff sind die Ruhigstellung und die anschließenden Bewegungsübungen wichtig. Die konsequente Ruhigstellung in der ersten Phase ermöglicht eine feste und belastbare Vernarbung der genähten Gelenkkapsel. Die nachfolgenden krankengymnastischen Übungen sollten nicht zu heftig oder ruckartig ausgeführt werden, um ein erneutes Aufreißen des frisch gewebten Kapselverschlusses zu vermeiden.

Das erneute Auftreten eines Ganglions nach drei Jahren an derselben Stelle bedeutet keineswegs, dass bei der vorherigen Operation ein Behandlungsfehler unterlaufen ist oder etwas falsch gemacht wurde, da Ganglien im Bereich der Handgelenke aus medizinischer Erfahrung heraus generell als äußerst wiederkommfreudig gelten und in etwa zwanzig Prozent aller Fälle erneut auftreten können

Zu den genauen medizinischen Mechanismen, die dazu führen, dass ein Ganglion nach einem operativen Eingriff wiederkommen kann, zählt zum einen das schlichte Wiederaufreißen des operativ zugenähten Lochs in der Gelenkkapsel unter hoher Belastung. Zum anderen entsteht durch die Setzung der Operationsnaht selbst häufig eine veränderte Gewebespannung in der unmittelbaren Nachbarschaft, wodurch knapp neben der ursprünglichen Naht eine neue Schwachstelle im Kapselgewebe nachgibt, einreißt und somit das Austreten eines weiteren Ganglions begünstigt.

Zu den nicht-operativen oder konservativen Behandlungsmöglichkeiten, die für ein Überbein an der Hand zur Verfügung stehen, zählen das vorübergehende Schonen und Ruhigstellen des betroffenen Gelenks mittels einer Bandage oder Schiene, die gezielte physiotherapeutische Entlastung sowie punktuelle Punktionen, bei denen das angesammelte Gelenkwasser mit einer feinen Nadel abgesaugt wird, wobei Letztere allerdings eine hohe Rückfallquote aufweist, da die verbleibende Kapsellücke dabei nicht verschlossen wird.

Eine medizinische Abklärung oder chirurgische Behandlung eines Überbeins ist insbesondere dann ausdrücklich ratsam, wenn die Vorwölbung anhaltende Schmerzen verursacht, die Beweglichkeit des Handgelenks oder der Finger spürbar einschränkt, Gefühlsstörungen wie Taubheitsgefühle oder Kribbeln durch Nervendruck auslöst oder wenn das rasche Größenwachstum der Veränderung eine genaue differenzialdiagnostische Bestätigung der Gutartigkeit erforderlich macht. Für weitere Informationen vereinbaren Sie gerne einen Termin in unserer Praxisklinik bei der Fachärztin Miriam Prang.

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Miriam Prang
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